Eine eigene Welt "frei nach Schnauze"
Der Reusrather Maler Schmitz ist in der Natur unterwegs, wenn er seine Landschaftsporträts malt. "Ich gehe
spazieren, bis das Bild fertig ist", sagt er. Die Rundgänge, freilich, macht Schmitz zu Hause: Seine
Werke basieren entweder auf fotografischen Vorlagen oder sie entstehen in seiner Phantasie.
Konkrete Reise- und Heimat-Eindrücke stellt Schmitz ebenbürtig neben erfundene Dorfidyllen, Alpenpanoramen,
Heide- und Auelanschaften. Die Studien aus dem Schmitzschen Vorstellungsvermögen sind jedoch so realistisch wie
Fotos, auch wenn es die Orte gar nicht gibt. "Frei nach Schnauze schaffe ich mir meine eigene Welt", sagt der
Rentner über seine Arbeit, die eine lange Vorgeschichte hat: "Nach dem Krieg gab es nichts, ich habe damals erste
Bleistift-Zeichnungen auf Tapetenresten gemacht", erinnert sich Schmitz, der im späteren Berufsleben bei einer Bank
arbeitete.
Die Musik war Schmitz' zweites künstlerrisches Standbein: 34 Jahre lang spielte er Geige in einem Tanz- und
Unterhaltungsorchester. Die Amsterdamer "Famous Artists School", deren achtköpfiges Prüfungsgremium Mal-Talente
förderte half Schmitz in den 60er Jahren, sine künstlerische Richtung zu finden. Figürliches stand ohnehin auf
seinem Programm: "Abstakte Kunst ist mir immer fremd geblieben", sagt Schmitz. "Ich will der Natur so nahe kommen,
wie es geht." ...
Schmitz hat mit Stift und Feder gezeichnet, aquarelliert und häufig Tusche verwendet. Aber er schwört auf Ölmalerei,
denn die kann er "mit dem Lappen" korrigieren. "Aquarelle und Tuschezeichnungen muss man dagegen wie fotografische
Negative fehlerfrei aufbauen." Schmitz experimentiert nicht, er ist genau: Die Fülle liebevoller Details in seinen
Ölbildern sind Augenweiden für die Betrachter.
Geschäftsfreunde und Verwandte trugen die Bilder des Reusrathers
in alle Welt. Amerikaner, Engländer und Iren nahmen Schmitz' Langenfelder Heimatbilder mit nach Hause, berichtet
der Maler, der stolz darauf ist, dass seine Studie vom Kölner Rheinufer mit Groß-Sankt-Martin und dem Dom ein Büro
im chinesischen Taipeh ziert. Das "Beweisfoto" verwahrt Schmitz sorgfältig.
Quelle: Rheinische Post Nr.278 Freitag, 30.November 2001 5936